Gallows Hill – Filmkritik

Gallows Hill| © TiberiusFilm

Gallows Hill| © TiberiusFilm

Originaltitel: Gallows Hill
Land: USA
Jahr: 2013
Regie: Víctor García
Darsteller: Peter Facinelli, Sophia Myles, Nathalia Ramos, Carolina Guerra, Gustavo Angarita, Sebastian Martínezm, Juan Pablo Gamboa, Tatiana Renteria

Link zum OFDb-Eintrag


INHALT:
Der Witwer David (Peter Facinelli) fliegt mit seiner neuen Verlobten Lauren (Sophia Myles) nach Kolumbien, um seine Teenage-Tochter Jill (Nathalia Ramos) zurückzuholen, die von zu Hause weglief. Nach einem Autounfall stranden sie in einer dubiosen Raststätte, wo sie bald erfahren, dass der alte Besitzer ein junges Mädchen im Keller gefangen hält. Die Entscheidung der Familie zieht ungeahnte Konsequenzen nach sich. Eine Gruppe von Hexen wird bei einem Ritual gestört und verraten. Die Hexen verfluchen daraufhin das kleine Örtchen Gallows Hill.


Gallows Hill| © TiberiusFilm

Gallows Hill| © TiberiusFilm

DarkMovies.de – Kritik:
Da der Film im X-Rated Magazin ganz gut weggekommen ist, hatte ich diesen beim Stöbern im vertrauten Online-Versandhandel doch direkt mal mitbestellt.
Leider lag er danach doch noch eine ganze Zeit auf meinem „ToWatch-Stapel“ rum, bis ich mich kürzlich aufrappeln konnte ihn mal zu sichten.

Direkt der erste Blick auf das Blu-Ray-Cover lässt mich dann schmunzeln.
Ganze 4! Werbesätze und ein Verweis auf den Produzenten, welche den Film anpreisen und das geneigte Publikum zum Kauf animieren sollen, auf der Rückseite ein Ähnliches Bild. Allein der Satz: „Annabelle“ trifft auf „Der Exorzist“ ist direkt der Knaller, aber dazu später mehr…

„Gallows Hill“  beginnt direkt in den ersten Minuten damit, die Charaktere schlecht zu machen und sie in ein gewisses Licht zu stellen, nachdem sich die junge Jill (Nathalia Ramos) vor der Kamera als eine sozial engagierte Praktikantin ausgibt, die in den Slumps von Kolumbien ihre Hilfe anbietet. Natürlich ist dies, für den geplanten TV-Beitrag ihrer Tante, nur gestellt.

Gallows Hill| © TiberiusFilm

Gallows Hill| © TiberiusFilm

Angeblich versucht ihr Vater sie in Kolumbien aufzuspüren und zurück in die USA zu bringen, beim Aufeinandertreffen der beiden allerdings merkt man nicht sonderlich viel Ärger darüber, dass das Mädchen abgehauen sein soll. Alle bleiben ruhig, gelassen und belanglos.
Das erste was mir einfiel, als ich Vater und Tochter zusammen gesehen hatte war: „Das ist vielleicht der Freund, aber niemals der Vater.
Auch wenn dieser seine Tochter schon in sehr jungen Jahren bekommen haben soll, ist diese Kontsellation für mich komplett falsch besetzt worden.

Die Grundstory ist recht schnell abgehandelt und auf der Fahrt zum Flughafen passiert ein Autounfall, der die Gruppe dazu zwingt, sich in einem nahegelegenen alten Hotel nach Hilfe umzusehen, doch dort geht seltsames vor sich und der Film beginnt erst richtig.
Die Gruppe muss, nach anfänglichem Geplänkel, feststellen, dass der Hausherr im Keller ein junges Mädchen gefangen hält. Natürlich wird der Alte überwältigt und die Kleine befreit, doch das Mädchen scheint von etwas besessen zu sein und langsam wird klar, warum sie jahrelang in einem Verschlag gefangen war.
Das gemeine an der Sache ist: „Wer die Person tötet, welche den Dämon in sich trägt, wird selbst von diesem ergriffen“ und so springt der Dämon, bzw. Soll es anscheinend eine Art Hexe sein, munter von Körper zu Körper, wärend sich die Zahl der Lebenden dezimiert.

Die Story an sich ist Standartkost, einzig und allein die Tatsache, dass der Dämon eben „weiterwandert“ ist sehr originell und nicht alltäglich in diesem Genre.

Gallows Hill| © TiberiusFilm

Gallows Hill| © TiberiusFilm

Atmosphärisch ist der Film OK, viel gibt das Setting des alten, ungepflegten kolumbianschen Hauses aber auch nicht her. Zumindest nicht, wenn man es nur in dem Umfang nutzt, wie in „Gallows Hill“. Haupteingang, Wohnraum, Küche, Hinter-/Vorhof, Bad und Keller, dazu noch zu Begin ein kleiner Vorort und ein bisschen Vegetation, mehr Setting gibt es nicht.
Ich denke mal, dass dies einfach dem Budget geschuldet ist. Ist aber nur geraten 🙂
Ein paar schöne Szenen von der näheren Gegend, mit Unterholz, evtl. Sümpfen oder verlassenen andern Ruinen hätten bestimmt die Atmosphäre gehoben, aber gut.

Was die Schauspieler angeht, so machen diese ihre Sache durchweg gut.
Leider verhindert dies auch nicht, dass die Charaktere teilweise sehr unsympathisch, belanglos und austauschbar wirken.
Teilweise verhalten sie sich dermaßen dumm, dass man sich nur an den Kopf fassen kann.

Spoiler

Am Ende des Filmes will der Vater den Dämon in sich ziehen, nachdem er sich selbst stark verletzt, um diesen endgültig zu töten. Dann kommt doch tatsächlich im letzten Moment seine bescheuerte Tochter um die Ecke und ballert den Dämon ab… Obwohl allen schon zig mal gesagt wurde, dass der Dämon dann in einen selbst übergeht. Dies wirkt auch nicht, wie ein Akt der Nächstenliebe, man könnte ja annehmen, sie möchte ihrem Vater die Qualen ersparen und möchte sie selbst auf sich nehmen, NEIN! Das Ganze wirkt einfach wie pure Dummheit…

[collapse]

Gallows Hill| © TiberiusFilm

Gallows Hill| © TiberiusFilm

Der Härtegrad des Films ist nicht sonderlich hoch und die FSK 16 geht voll in Ordnung.
„Gallows Hill“ setzt eher auf Shock-Momente, als auf Splatter oder Gore.
Leider sind die ganzen Momente sehr vorausschaubar und haben mir persönlich keine große Angst bereitet. Man könnte sagen: „Sie haben bei mir ihr Ziel verfehlt“.
Selbst die Szenen mit dem kleinen Mädchen ließen mich relativ kalt. Die Kleine wirkt einfach zu harmlos (normalerweise machen mir solche Szenen eine ziemliche Angst, wenn sie gut gemacht sind).
Ein „Sinister“ oder „Der Exorzismus der Emily Rose“ machen dies schon um einiges besser, da wäre ich vor Schreck fast an die Decke gegangen seinerzeit 😀

Nun noch eine kurze Aussage zum eingangs erwähnter Text auf der Cover Rückseite: Annabelle trifft auf Der Exorzist„.

In „Annabelle“ geht es um eine besessene Puppe, in „Der Exorzist“ um einen Exorzismus an einem kleinen besessenen Mädchen.
Bis auf die Tatsache, dass es um Besessenheit geht, haben diese beiden Titel rein garnichts mit „Gallows Hill“ zu tun. Keine Puppen, keine Exorzismen, keine Priester.
Nicht mal die beiden Mädchen haben irgendwelche Gemeinsamkeiten.
Ich finde es einfach nur dreist, solch einen Satz auf ein Cover zu schreiben und dem Kunden somit falsche Tatsachen vorzugaukeln. Um so höher ist dann natürlich auch die Enttäuschung, wenn der gekaufte Film dann mal so garnicht dem Erwarteten entspricht…


FAZIT:
Zusammenfassend kann man sagen, dass „Gallows Hill“ ein sehr durchschnittlicher Film ist, welcher einen durchaus beeindrucken kann falls man sich selten mit Filmen über Besessenheit und Dämonen befasst. Für den erfahrenen Horror-Filmfan ist „Gallows Hill“ aber nur bedingt geeignet, bzw. weiß nicht wirklich zu beeindrucken.
Die Story ist simpel, beinhaltet aber eine sehr interessante Komponente. Die Charaktere sind unsympatisch und reagieren teils total dämlich. Das Setting ist minimalistisch und „atmosphärischer Durchschnitt“ und der Gruselfaktor konnte mich nicht so sehr beeindrucken.

WERTUNG: 5/10 Punkte


 

DIE DEUTSCHE BLU-RAY

Label: Tiberius Film
Laufzeit: 87:20 Min. (83:18 Min. o. A.)
Ton: Englisch, Deutsch (DTS-HD Master Audio 7.1)
Untertitel: Deutsch
Bild: 2,35:1 (1080p)
Freigabe: FSK 16
Verpackung: Amaray
Extras:  Making of, Interviews, Trailer, Trailershow

Release-Termin: 04.12.2014


– Gallows Hill – HD Trailer Deutsch


DVD & Blu-Ray sind direkt erhältlich bei:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.