Joe – Die Rache ist sein – Filmkritik

Originaltitel: Joe
Land: USA
Jahr: 2013
Regie: David Gordon Green
Darsteller: Nicolas Cage, Tye Sheridan, Heather Kafka, Sue Rock,
Ronnie Gene Blevins, Robert Johnson, Adriene Mishler, Trevante Rhodes,
Brenda Isaacs Booth, Erin Elizabeth Reed, Ulysses Lopez, Aaron Spivey-Sorrells

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INHALT:
Joe (Nicholas Cage) hat in seinem Leben viel Mist gebaut und hat seinen Lebensunterhalt nicht immer ehrlich verdient.
Nach Jahren im Knast hat er es mittlerweile aber geschafft sich größtenteils aus Ärger rauszuhalten und kann sogar eine kleine Forstfirma sein eigen nennen.
Scheinbar verlassen von Industrie und Staat, fristen die meisten Menschen in einem ländlichen Teil von Austin – Texas ein trostloses Dasein voller Armut und Gewalt.
Als der junge Gary in Joe`s Firma anheuert, bemerkt Joe sehr schnell, dass der junge was auf dem Kasten hat und beginnt sich um diesen zu kümmern.
Gary, welcher sehr hart arbeitet, wird jedoch unfreiwillig immer weiter in die Armut gezogen und von seinem Vater (Gary Poulter ) ausgenutzt, welcher es nicht ertragen kann, dass sein Sohn mehr aus seinem Leben machen möchte und damit Erfolg zu haben scheint.
Kurzerhand beraubt ihn der Vater kontinuierlich seines Lohns und verprügelt Gary zum Dank regelmäßig.
Joe, welcher von der Sache Wind bekommt versucht nun seinen neu gewonnenen Schützling zu unterstützen, natürlich auf seine ganz eigne Art und Weise…


Joe - Die Rache ist sein| © Koch MediaDarkMovies.de – Kritik:
Joe, ist die Verfilmung des hochgelobten Buches, von Larry Brown aus dem Jahr 1991.
David Gordon Green hat neben einigen Hollywood-Größen, auch viele Laien-Darsteller für den Film engagiert, wohl um dem Streifen mehr Authentizität zu verleihen.
Besonders Gary Poulter , welcher im Film den dauertrunkenen Vater des jungen Gary spielt, sticht besonders heraus, vor allem, da er im echten Leben ebenfalls obdachlos und Alkohol abhängig war.
Er starb im Alter von 53 Jahren an den Folgen seines Alkoholkonsums.

Die Story des Filmes weiß durchaus zu überzeugen auch wenn im Prinzip nur der Alltag der verschiedenen Charaktere gezeigt wird. Mit den Charakteren Joe und dem jungen Gary gibt es zwei Hauptfiguren, die auch den roten Faden des Filmes bilden und zwischen denen sich eine Art freundschaftliche „Vater/Sohn Beziehung“ aufbaut.
Gelegentlich gibt es auch etwas Action, vor allem, wenn sich Joe wiedermal mit einem ungeliebten alten „Freund“ anlegt, einen Ausraster bekommt, weil ihn der Hund im Bordell ankläfft, oder wenn er wieder Ärger mit der örtlichen Polizei hat. Ganz zu schweigen davon wenn Garys Vater wiedermal im Suff auf seinen Sohn losgeht.
Ansonsten hat man es aber ganz klar mit einem Drama zu tun, welcher die Umstände in einer trostlosen Gegend mit schwacher Wirtschaft aufzeigt und das Leben der „Unterschicht“ belechtet.

Joe - Die Rache ist sein| © Koch MediaWas mich stark beeindruckt hat ist die Atmosphäre des Filmes.
Da ich persönlich noch nicht in Austin-Texas gewesen bin, kann ich die dortige Situation zwar nicht beurteilen, aber das Ziel, eine von Staat und Wirtschaft verlassene Gegend zu zeigen in der Armut und Resignation herrschen, geht voll und ganz auf.Alles ist vergammelt und an sogut wie jedem Gebäude nagt der Zahn des Zeit.
Die Bevölkerung kümmert sich nicht um ihr Eigentum oder gar um die Gegend und jeder ist irgendwo auf sich allein gestellt. Geld und Nahrung sind knapp, Arbeit ist so gut wie gar nicht vorhanden.
Auch die vielen beteiligten Laienschauspieler tragen enorm zur Atmosphäre bei.

Die schauspielerische Leistung ist enorm gut und Nicholas Cage liefert hier eine grandiose Vorstellung ab. Manche behaupten, es wäre die beste Leistung seit Jahren.
Auch Tye Sheridan weis voll zu überzeugen. Die Rolle des jungen Gary ist ihm wie auf den Leib geschnitten und man fühlt zu jeder Zeit mit diesem mit. Für mich der sympathischste Charakter des ganzen Filmes.

Joe - Die Rache ist sein| © Koch MediaDer Film beinhaltet doch einige Szenen, in denen man ganz schön schlucken muss.
Vor allem eine Szene, in der Joe seinen eigenen Hund auf den dauerkläffenden Bordell-Hund hetzt, während er sich mit einer der Damen vergnügt, ist mir stark im Gedächtnis geblieben. Kein wunder, ich bin kein Fan von gewalttätigen Szenen in denen Tiere beteiligt sind, darum treffen mich solche Szenen gleich doppelt.
Aber auch diverse Szenen in denen Garys Vater diesen wieder mal vermöbelt und ihm seinen hart erarbeiteten Lohn abknöpft, oder im Suff einem obdachlosen den Schädel einschlägt, sind äußerst hart und haben in mir immer wieder die Frage aufgeworfen, wie weit ein Mensch gesunken sein muss um sich zu solchen Dingen hinreißen zu lassen.
Die FSK Freigabe ab 16 geht hier vollkommen in Ordnung.

Zum Schluß noch eine kurze Kritik am Titel:
Diesen hätte man, wie im Original auch, einfach bei „Joe“ belassen sollen.
Denn der Beititel „Die Rache ist sein“ ist irgendwie total deplatziert, denn es geht im Film eigentlich zu keiner Zeit um einen wirklichen Racheakt oder der gleichen,  wie ich finde.


FAZIT:
Die Story von dem Jungen, welcher aus enorm schlechten Verhältnissen kommt und sich trotz allen Übels nicht von seinem positiven Weg abbringen lässt hinterlässt bei mir einen starken Eindruck.
Auch wenn ich nicht im Genre der Dramen heimisch bin, so hat mich „Joe“ doch sehr beeindruckt und auch berührt.
Besonders die Atmosphäre hat es mir sehr angetan. Man kann in jeder Szene die Lethargie und die Hoffnungslosigkeit der Menschen spüren und sehen.
Die Darstellung des „Joe“ ist Nicholas Cage grandios gut gelungen und auch Tye Sheridan spielt hier bravourös auf.
Zusammfassend kann man sagen, dass „Joe“ ein grandioser Film ist, der Nicholas Cage mal in einer etwas ungewohnteren Rolle zeigt, welcher aber gerade deshalb auf jeden Fall einen Blick wert ist.

WERTUNG: 8/10 Punkte


 

DIE DEUTSCHE BLU-RAY

Label: Koch Media
Laufzeit: 112:23 Min. (107:49 Min. o. A.)
Ton: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (DTS 5.1)
Untertitel:
Bild: 2,35:1
Freigabe: FSK 16
Verpackung:
Extras:

  • Originaltrailer (2:00 Min.)
  • Deutscher Trailer (2:00 Min.)
  • Audiokommentar,Making Of (11:15 Min.)
  • Entstehungsgeschichte von „Joe“ (15:55 Min.)
  • Deleted Scenes (2:40 Min.)
  • Trailershow

Release-Termin: 23.10.2014


– Joe – Die Rache ist sein | HD Trailer deutsch


DVD & Blu-Ray sind direkt erhältlich bei:

2 Gedanken zu „Joe – Die Rache ist sein – Filmkritik

  1. Besonders erstaunt hat mich das einer der Darsteller im wirklichen Leben selbst obdachlos und Alkoholiker war.
    Und dann nach dem Dreh daran gestorben ist…

  2. Definitiv.
    Mich hat Gary Poulter für einen Laien-Darsteller doch sehr beeindruckt.
    Mir wäre es auch ehrlich gesagt gar nicht aufgefallen und ich habe es erst später bei der Recherche zum Film erfahren.

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