The Purge: Anarchy – Filmkritik

Originaltitel: The Purge – Anarchy
Land: Frankreich / USA
Jahr: 2014
Regie: James DeMonaco
Darsteller: Frank Grillo, Carmen Ejog, Zach Gilford, Kiele Sanchez, Michael K. Williams, Jack Conley, Nicholas Gonzalez, Edwin Hodge

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INHALT:
DIE JÄHRLICHE SÄUBERUNG BEGINNT
Die neuen Gründerväter von Amerika laden dich ein, dein Recht auf Säuberung zu feiern!
Für zwölf Stunden im Jahr sind alle Verbrechen legal. Im neuen Amerika beginnt die nun sechste Purge-Night, bei der die Bevölkerung allen Hass und alle Aggressionen ausleben darf. Ausgerechnet in dieser Nacht bleibt das Auto des streitenden Pärchens Liz und Shane liegen. Auf der Flucht vor einer maskierten Bande begegnen die beiden Leo, der eigentlich den Tod seines Sohnes rächen will. Stattdessen muss Leo die beiden nun in der Horrornacht beschützen. Ein tödliches Wettrennen beginnt.


DarkMovies.de – Kritik
Was „James DeMonaco“ 2013 mit „The Purge“ für einen Kracher losgetreten hat, hätte wohl niemand erwartet.
Für mich einer der besten „Home Invasion Filme“ überhaupt, gepaart mit einer utopischen Grundstory, welche verdammt viel Potential besitzt, auch weit über den ersten Teil hinaus.
Ein kompromissloses, brutales und eisskaltes Stück Film.

Nun haben wir hier die Vortsetzung vorliegen „The Purge: Anarchy„.
Was kann man machen, damit eine Vortsetzung ein Erfolg wird?
Man kann die „Michael Bay-Variante“ anwenden und versuchen, das im ersten Teil gezeigte zu übertrumpfen. Mehr Action, mehr Blut, mehr Gewalt….
Oder aber man geht her und belichtet die Grundstory von einer ganz anderen Seite.
Auf „The Purge: Anarchy“ trifft beides ein wenig zu.

Im Gegensatz zu seinem Vorgänger, welcher eine Familie zeigte, die sich in der „Nacht der Säuberung“ in ihrem eigenen Haus verschanzte und schlussendlich in den eigenen 4 Wänden um ihr Überleben kämpfen musste, befindet man sich im zweiten Teil mitten auf den Strassen wärend der „Purge-Nacht“, man bekommt die Gewalt in all seinen Facetten zu Gesicht und an jeder Strassenecke übertrumpft man sich mit brutalen Einstellungen und Grausamkeiten.
Es geht um verschiedene Individuen, welche aus unterschiedlichen Gründen ihr Zuhause verlassen mussten bzw. es garnicht erst erreicht haben und nun eher unfreiwillig zu Teilnehmern an der legalen Gewaltorgie werden. Für sie beginnt das Nackte überleben.

Die Atmosphäre des Films ist, ählich wie im ersten Teil und trotz des geänderten Settings, enorm dicht und glaubwürdig. Es gibt so gut wie keinen Moment der nicht vor Spannung strotzen würde. Die Szenerie kann voll überzeugen und man erwartet hinter jeder Ecke eine Bedrohung, eine Falle oder sonstige ungute Gesellen.
In „The Purge: Anarchy“ wird zudem eine ganz andere Seite der „Purge-Nacht“ behandelt, welche im ersten Teil zwar vorhanden war, aber einen nicht ganz so großen Stellenwert einnahm, wie nun im zweiten Teil. Der Film geht sehr stark auf die Problematiken zwischen reichen und armen Menschen ein und zeigt auch, wie die Purge-Nacht von „hohen Tieren“ aus Politik und Industrie dazu Missbraucht wird, um die Welt nach deren Vorstellungen zu formen. Da werden kurzerhand ganze Häuserblocks entsidelt, oder gezielt versucht „lästige“ Personen zu eliminieren, nur um die Interessen des Staates zu wahren.
Dem entgegen wird auch auf eine Art Untergrundbewegung beleuchtet, welche gegen die Drahtzieher hinter den politischen Machenschaften und der „Purge-Nacht“ mobil macht.

Was die Schauspieler betrifft, so ist auch die Fortsetzung gut besetzt. Mit „Frank Grillo“ hat man einen glaubwürdigen Hauptdarsteller gewählt, welcher in die Rolle des Ex-Militaristen sehr gut hineinpasst. Und auch die restliche Besetzung spielt glaubwürdig und passt zu ihren Rollen.
Insgesamt hat man einen eher unbekannteren Cast und einen „Ethan Hawke“ kann man definitiv nicht ersetzen, womit man in dieser Hinsicht etwas schlechter da steht, als im Vorgänger.

Der heimliche Star des Filmes ist, wie auch im ersten Teil, die abgründig Tiefe Seele der Menschen selbst. Zu was Menschen im Stande sind und wie weit sie gehen würden, wenn alles was sie täten auch erlaubt wäre.
Mord, Vergewaltigung und Folter haben ihren festen Platz im Film und werden teils so eiskalt zelebriert, dass man mit einem gefühlten Schlag in der Magengrube vor dem Bildschirm sitzt. Ich finde, verglichen mit Teil 1, hat man beim Grad der Gewaltdarstellung nochmals eine Schippe draufgelegt.
Der Film lebt aber auch von genau diesen brutalen Momenten und seiner bedrückenden Atmosphäre.

Was die FSK Freigabe ab 16 angeht, so bin ich fast schon schockiert. Wie auch beim ersten Teil hätte ich persönlich ganz klar eine 18er Freigabe erteilt. Es ist nicht nur die visuelle Gewaltdarstellung, die ich für Jugendliche als ungeeignet erachte, sondern auch die Selbstverständlichkeit, wit welcher diese zelebriert wird.


FAZIT:

„The Purge: Anarchy“ ist ein Film wie ein Schlag in die Magengrube. Eiskalt, brutal und höchst sozialkritisch.
Ich erachte ihn für geringfügig schlechter als den Vorgänger, auch weil die Besetzung doch etwas magerer da steht und man einen „Ethan Hawke“ im ersten Teil einfach schlecht ersetzen kann.
Zusammengefasst aber ein exzellenter Film, der oft ein ungutes Gefühl in einem selbst zurücklässt und seine Wirkung nicht verfehlt.
WERTUNG: 9/10 Punkte


DIE DEUTSCHE BLU-RAY

Label: Universal
Laufzeit: 103:34 Min.
Ton: Englisch (DTS-HD Master Audio 5.1), Deutsch (DTS 5.1), Französisch (DTS 5.1), Hindi (Indisch) (DTS 5.1), Italienisch (DTS 5.1), Spanisch (DTS 5.1),
Audiokommentar (Dolby Digital 2.0 Surround)
Untertitel: Deutsch, Englisch für Hörgeschädigte, Arabisch, Dänisch, Finnisch, Französisch, Hindi (Indisch), Isländisch, Italienisch, Niederländisch, Norwegisch, Portugiesisch, Schwedisch, Spanisch
Bild: 2,40:1 (1080p)
Freigabe: FSK 16
Verpackung: Steelbook & Amaray
Extras: Unveröffentliche Szenen, Hinter den Kulissen

Release-Termin: 11.12.2014


– The Purge: Anarchy | HD Trailer deutsch


DVD & Blu-Ray sind direkt erhältlich bei:

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